Prolog
Die Qualität von Finanzberatungen steht zunehmend im Brennpunkt öffentlicher Diskussion. Von Anlagebetrug über Fehlberatungen bis zum Verkauf überteuerter Produkte reichen die Mängel, die Medien, Verbraucherschützer, Gerichte und Rechtsanwälte in der Praxis entdecken.
Bislang fehlten wissenschaftliche Grundlagen zu der Dienstleistung "Finanzberatung". Auch gab es keine Auseinandersetzung mit den Gütekriterien dieser bedeutsamen Beratungsleistung. Aus diesem Grund wurde in der Zeit von 1995 bis 2000 eine wissenschaftliche Forschungsarbeit von Dr. Richter durchgeführt, die im Rahmen der Dissertation "Grundsätze ordnungsgemäßer Finanzberatung" an der european business school, Oestrich-Winkel, veröffentlicht wurde
Die Dissertation reiht sich in die Arbeiten des noch junge Forschungsgebiet “Finanzökonomie” ein und bildet die Grundlagen für die weitere wissenschaftliche Forschungen. Die Grundsätze ordnungsmäßiger Finanzberatung können als Basis für die Gestaltung und die Beurteilung von Finanzberatung verstanden werden. Sie richtet sich damit an die Anbieter von Finanzberatungen, an Gerichte und Rechtsanwälte sowie an den Gesetzgeber.
Die Dissertation entwickelt unter Rückgriff auf unterschiedliche Wissenschaftsbereiche diejenigen Normen, die eine ordnungsmäßige Finanzberatung kennzeichnen. Zu den einzelnen Forschungsdisziplinen zählen u. a. die Dienstleistungstheorie, die Bank- und Versicherungsbetriebslehre, die Qualitätsforschung, die Verhaltensforschung, die Verbraucherpolitik sowie die Rechtswissenschaft.
Im Ergebnis werden zwölf Grundsätze entwickelt, anhand derer einzelne Problembereiche diskutiert werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die möglichen Interessenskonflikte zwischen den Interessen des Kunden und des Finanzberaters gelegt.
