In Zusammenarbeit mit dem Verlag FUCHSBRIEFE ist der neue Report zum Marktest 2022 / 2023 erschienen. Zur Pressemeldung:
Mit 91 von 100 möglichen Punkten gewinnt die Schweizer Globalance Bank den Private Banking-Contest TOPS 2023 der FUCHS | RICHTER PRÜFINSTANZ. Zum ersten Mal seit 2009 steht damit wieder ein Anbieter aus der Schweiz auf Platz 1 der Rangliste im Markttest für den Raum DACH plus Liechtenstein. Zuletzt und zum bisher einzigen Mal in 20 Jahren war dies 2009 der Bank Julius Bär & Co. AG aus der Schweiz für die Ausgabe TOPS 2010 geglückt.
Im selben Qualitäts-Cluster «sehr gut» befinden sich weitere 6 Anbieter: Schelhammer Capital Bank AG (89), Bankhaus Carl Spängler & Co. AG (85), Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG (85), Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG (84), LGT Bank AG und Kaiser Partner Privatbank (beide 81).
Alle 7 Anbieter zeichnen eine sehr gute Gesamtleistung sowie überwiegend sehr gute Leistungen in den Bewertungsbausteinen Beratungsgespräch (40% der Gesamtleistung), Anlagekonzept (10%), Beauty Contest (Erläuterung des Anlagekonzepts vor einer Fachjury, 20%), Investmentkompetenz (10%) und Transparenz (Redaktionelle Auskünfte an die Redaktion, Teilnahme an einem Performancevergleich, 20%) aus.
Das nachfolgende Qualitätscluster «gut» bilden fünf Anbieter: Hamburger Sparkasse AG (79), Liechtensteinische Landesbank AG (77), Kathrein Privatbank Aktiengesellschaft (76), Bethmann Bank AG (75) und Neue Bank AG (75). Ralf Vielhaber, Initiator der Testreihe und Geschäftsführer Verlag FUCHSBRIEFE: „Die führenden Anbieter setzen sich mit ihrer klaren Kundenorientierung und durchgehend überdurchschnittlichen Leistungen in allen 5 Wertungskategorien deutlich vom restlichen Markt ab.“
Insgesamt wurden 76 Anbieter von geschulten Testkunden im Auftrag der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz angesprochen, davon 38 in Deutschland, 21 in der Schweiz, 11 in Österreich und 6 in Liechtenstein.
Megatrends: Häufig Gleichsetzung mit Nachhaltigkeit
Megatrends als Schwerpunkt einer langfristig ausgerichteten Vermögensanlage standen in diesem Jahr im Mittelpunkt des Kundenanliegens. Sie wurden von vielen Häusern – insbesondere in Liechtenstein – auf nachhaltige Geldanlagen reduziert. Einen langfristigen Ausblick unter Berücksichtigung der Zukunftsthemen und -branchen hat kaum eine Bank gewagt. Auch zum Thema Blockchain-Technologie haben nur wenige Banken etwas zu sagen. Dazu Markus Hormann, Mitautor der Studie: „Eine Tiefe der Beratung zu einzelnen Megatrends haben die Kunden nur selten erlebt. Selbst bei Anbietern, die Megatrends zu „ihrem“ Anlagethema gemacht haben, wie beispielsweise Pictet in der Schweiz, war das so.“
Langfrist-Vergleich: Österreichs Banken vorn durch Qualität mit Kontinuität
In der Ewigen Bestenliste der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz, dem Langfristvergleich über 12 Jahre, sind gleich drei Anbieter aus Österreich vorne: das Bankhaus Carl Spängler & Co., AG, die Alpen Privatbank (früher Walser Privatbank) und die Bank Gutmann AG. Dazu Dr. Jörg Richter, Partner der Prüfinstanz und Leiter des Instituts Dr. Richter | IQF: „Diese Häuser zeigen kontinuierlich hohe Qualität. Wir sehen eine außerordentliche Kundenorientierung und ein hohes Niveau im gesamten Beratungsprozess einschließlich des Anlagekonzepts“. Führende deutsche Adresse in der Ewigen Bestenliste ist die Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG auf Rang 8, bester Anbieter aus der Schweiz die Globalance Bank auf Platz 5 und bestes Haus aus Liechtenstein die LGT Bank auf Rang vier.
Länderblick
Die besten drei Häuser in Deutschland im aktuellen Markttests sind Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, Hamburger Sparkasse AG (HASPA) und Bethmann Bank AG. Es handelt sich um Häuser mittlerer Größe, wobei Hauck Aufhäuser Lampe sowie die zu ABN Amro gehörige Bethmann Bank in den vergangenen Jahren durch Zukäufe auf Expansionskurs waren. „Hier ist insbesondere die gelungene Integrationsleistung zu loben. Oftmals erleben wir nach Zukäufen oder Fusionen einen Abfall in der Qualität der Leistung“ meint dazu Ralf Vielhaber, Partner der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz und Herausgeber der Marktstudie. Die HASPA ist seit längerer Zeit wieder im vorderen Feld des Wettbewerbs zu finden. Trotz eines deutlich standardisierten Produktangebotes hat hier die beraterische Gesamtleistung überzeugt.
Die besten drei Häuser in Österreich, Schelhammer Capital Bank AG, Bankhaus Carl Spängler & Co. AG sowie die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG setzen Maßstäbe in Sachen Kundenorientierung und Individualität in der Beratung. Auch die Kathrein Privatbank hat eine empfehlenswerte Leistung gezeigt. Die Bank Gutmann stellte sich nicht zur mündlichen Präsentation ihres Anlagekonzepts, sonst hätte auch sie gute Chancen auf einen Spitzenplatz gehabt. Für Österreich zeigt sich ein dichtes Feld an Anbietern, die zu herausragenden Beratungsleistungen und individuellen Anlagekonzepten fähig sind“, so Vielhaber.
Die besten drei Häuser in Liechtenstein sind die LGT Bank, Kaiser Partner Privatbank und die Liechtensteinische Landesbank. Während LGT und LLB als Platzhirsche kontinuierlich mit guten und sehr guten Leistungen aufwarten, ist Kaiser Partner eine Überraschung. In früheren Jahren hinterließ die Beratung keinen bleibenden Eindruck. Inzwischen hat eine junge, dynamische Mannschaft die Führung übernommen und will die Bank ins Spitzensegment führen. Diesmal ist sie nur haarscharf daran gescheitert.
Die besten drei Häuser in der Schweiz sind Globalance Bank AG, Credit Suisse Private Banking (CSPB) und die Bank Vontobel AG. Der Abstand zwischen den Anbietern ist jedoch beträchtlich. So hat die Globalance in der Gesamtbetrachtung über alle 5 Bewertungskategorien hinweg beinahe die doppelte Punktzahl wie die nächstplatzierte Credit Suisse geholt. Globalance als Testsieger ist in mehrerlei Hinsicht ungewöhnlich für die Schweiz: Sie ist eine sehr junge und im Maßstab Schweiz auch sehr kleine Bank mit jungem Personal und einer partnerschaftlichen Führung. Sie ist fokussiert auf Megatrends und nachhaltige Geldanlage, für sie war die Kundenanforderung somit ein Heimspiel. Und sie bedient auch Kunden mit Anlagevermögen von weniger als 3 Millionen Euro individuell. Ihre Anlagekonzepte sind sehr kundenorientiert aufgemacht. Auch das ist eher untypisch für ein Schweizer Haus.
Beratungsgespräche: Hier punkten Schweizer Anbieter
Solange es sich um die mündliche Kundenberatung handelt, haben die Schweizer Anbieter einen guten, zum Teil sehr guten Eindruck gemacht. Nicht nur die Beratung bei der Globalance Bank hatte Tiefgang und konnte den Kunden mit seinem Wunsch zur Anlage in Megatrends beraten zu werden, zufriedenstellen. Gleiches galt auch für Mirabaud & Cie und mit kleineren Abstrichen für Banque Privée Edmond de Rothschild SA, Credit Suisse Private Banking (CSPB), Pictet & Cie (Schweiz) und Societe Generale Private Banking (Suisse) SA.
Highlight Vorgespräch: Oftmals von hoher Qualität
„Ein Highlight des Markttests waren die vielfach sehr substanziell geführten Vorgespräche mit den Kunden, die früher zu kaum mehr als der Abfrage der Anlagesumme und zur Terminvereinbarung dienten“, hebt Markus Hormann, Projektmanager des Tests, positiv hervor. Inzwischen bereiten sich die Berater zumindest der vorderen Adressen durch gezielte Evaluation der wesentlichen Kundenwünsche auf das Hauptgespräch vor und können dann tiefgehend beraten und wenn nötig Fachexpertise hinzuziehen.
Kontaktanbahnung: kein Anschluss unter dieser Nummer
Ungewöhnlich viele Gespräche brauchten gleich mehrere Anläufe, bis ein Berater zu erreichen war oder sich jemand aus dem Haus zurückmeldete. Sei es, dass die Telefonleitung stumm blieb oder die Mail unbeantwortet oder der angekündigte Rückruf eines Berater nicht kam. Einige Gespräche kamen über den Punkt der Kontaktanbahnung trotz mindestens 3 oder 4 Versuchen nicht hinaus.
Diverse Teams: eine Seltenheit
Gerade beim weiblichen Klientel kommt es möglicherweise nicht so gut an, wenn das Management ausschließlich männlich besetzt ist. Auch spielt beim jüngeren Klientel immer mehr eine Rolle, wie divers das Team aufgestellt ist. Wie viel unterschiedliche Lebenserfahrungen spiegeln sich in der Zusammensetzung des Teams wider? So finden sich beispielsweise auf der Website der Bank Julius Bär (Schweiz) zahlreiche Menschen unterschiedlicher Ethnien. Bei den Teams ist dies jedoch die absolute Ausnahme. Gerade die weiblichen Testkunden haben sich immer wieder auch Beraterinnen als Gegenüber gewünscht; ein Wunsch, der nur selten erfüllt werden konnte.
Anlagekonzepte: Fortgesetzter Trend zur Standardisierung
Die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz beobachtet, dass die Anlagekonzepte immer stärker standardisiert sind. Dazu Dr. Jörg Richter, ebenfalls Partner der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz und Mitglied der Jury in den Beauty Contests: “Wir sehen einen Rückgang der Qualität. Während sich die Banken vor 10 Jahren noch viel Mühe gaben, den individuellen Ansprüchen der Kunden in den Anlagevorschlägen gerecht zu werden, kommen inzwischen immer häufiger Standardprodukt zum Einsatz. Viel zu oft passt dann der Vorschlag nicht treffsicher zum Kunden. Das läuft dem Geist des Private Banking entgegen. Dieser Geist heißt Maßschneiderei und Individualität.” Ausnahmen im Trend sind die herausragenden Anbieter im Test. Sie bieten weiter auch für einen Kunden mit 1,5 Mio. Anlagevermögen erstklassige, individuelle Vorschläge und Beratung. Am stärksten neigen die Schweizer Anbieter zu Standardprodukten. „In der Schweiz zielen die Banken auf größere Summen ab und fangen erst ab 3 Mio. Euro an, Individualität zu bieten. Zudem ist dort der finanzplanerische, ganzheitliche Ansatz nicht so im Blick wie im übrigen deutschsprachigen Raum. Wer also im Franken-Raum anlegen will und nicht gleich etliche Millionen zur Verfügung hat, ist in Liechtenstein meist besser bedient“, meint dazu Ralf Vielhaber, Partner der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz und Initiator der Testreihe.
Investmentkompetenz: im Spitzensegment sehr gut bis solide
Die Investmentkompetenz untersucht der Markttest mittels qualitativer Bewertung der Stringenz des Investmentprozesses und quantitativ durch Portfolioauswertungen durch Quanvest. Dazu Christian Libor von Quanvest, der mit seinem Institut die quantitative Analyse der Portfolios in den Anlagevorschlägen der besten 16 Anbieter für die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz durchgeführt hat: „Einige Anbieter waren kreativ und haben über Nachhaltigkeit hinaus neue globale Trends im Portfolio integriert. Bei allem Schick verliert das klassische Portfolio-Management-Handwerkszeug aber nicht an Bedeutung. Hohe Qualität gewinnen die Manager nach wie vor durch Diversifikation, Streuung und die Absicherung von ungewollten oder einseitigen Risiken in Währungen, Zinsen und Aktien. Hier hat Schelhammer Capital herausragende Arbeit geleistet.“
Transparenz für den Kunden: abnehmend
Transparente Auskünfte über verwaltete Kundengelder, das Dienstleistungsangebot, die Kosten etc. nehmen zahlenmäßig und in der Qualität ab. Vor zehn bis fünfzehn Jahren waren auch die Volumina der verwalteten Kundengelder auf Länderbasis zu erfahren. Heute wird gewöhnlich nur eine konsolidierte Summe auf Konzernebene bekannt gegeben. „Das sagt über das Geschäft im jeweiligen Inland wenig aus“, so Vielhaber. „Der Kunde kann sich so kein Bild machen, wie fest ein Anbieter an einem Standort verwurzelt ist. Das ist von Belang, denn es haben sich schon viele Anbieter von ihrem Expansionskurs im Ausland verabschiedet.“
Digitale Beratung: zunehmend akzeptiert, aber oft noch unbeholfen
Zu beobachten ist, dass Videoberatung inzwischen voll akzeptiert ist. Jedoch kommen noch nicht alle Berater mit der Technik gut zurecht und verstehen es, sich und ihre Unterlagen professionell ins Bild zu setzen. Die digitale Kontaktaufnahme via Formular oder E-Mail ist in zahlreichen Fällen gescheitert. Es kam schlicht keine Antwort zurück. Darunter auch die Deutsche Bank, die den Video-Call inzwischen standardmäßig anbietet.
Großbanken: Durchwachsene Vorstellungen, keine Top-Leistungen
Sieben Großbanken waren im Test direkt oder durch angeschlossene Töchter vertreten: Deutsche Bank, HBSC Deutschland, ABN Amro mit der Bethmann Bank, die Commerzbank, die zur italienischen Unicredit gehörende HypoVereinsbank, die Credit Suisse sowie die UBS. Den besten und kundenorientiertesten Eindruck machte die Bethmann Bank, die sich ihre Privatbanken-Identität bisher erhalten konnte. Schwach war die Vorstellung insbesondere der UBS. Bei der Deutsche Bank erfolgte keinerlei Rückmeldung auf mehrere Terminanfragen. Für die eher mäßigen Vorstellungen der Großbanken sind eine Reihe von Gründen verantwortlich, die in der Studie analysiert werden. Zusammenfassend erklärt Ralf Vielhaber: „Den Großbanken fehlt das Privatbanken-Gen, das sich voll dem Kundeninteresse verschreibt.“
Vermögensverwalter haben es schwer
Den Vermögensverwaltern fällt es sichtlich immer schwerer mitzuhalten. Das Rennen “um die Millionäre” wird größtenteils zwischen den Privatbanken entschieden – insbesondere in Deutschland. Im komplexen und inzwischen in der Beratung verpflichtenden Thema Nachhaltigkeit, ist es für die Vermögensverwalter schwierig, eine eigene Duftnote zu setzen und die Herausforderung auch in der Beratung zu bewältigen. Gewöhnlich fehlt es an Ressourcen – um beispielsweise in eine eigene Nachhaltigkeitsexpertise zu investieren. Die Regulierung fordert zudem enorm viel ab und engt die Spielräume ein. Eine Konsolidierung des Sektors ist vorgezeichnet.
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Zur FUCHS | RICHTER Prüfinstanz
Die FUCHS | RICHTER PRÜFINSTANZ wurde im Jahr 2002 gegründet und ist ein Zusammenschluss zwischen dem Verlag FUCHSBRIEFE, Berlin und dem Institut DR. RICHTER | IQF, Hannover. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Qualität im Private Banking zu untersuchen und transparent zu machen. Ihre Prüffelder sind die Beratung vermögender Privatkunden, von Stiftungen und Vereinen, die diskretionäre Vermögensverwaltung und die Vertrauenswürdigkeit von Banken, unabhängigen Vermögensverwaltern und Multi-Family Offices. Ralf Vielhaber ist Beirat am Center of Asset & Wealth Management an der WHU, Vallendar, Dr. Jörg Richter ist assoziiertes Mitglied.
Der ausführliche PROFI-Report und weitere Publikationen zu dem Markttest können direkt beim Verlag Fuchsbriefe und FUCHS RICHTER bestellt werden.

